
Burg Runkel heute.
Auf halbem Wege zwischen Koblenz und Gießen, im Lahntal, welches die natürliche Grenze zwischen Taunus und Westerwald bildet, liegt das Städtchen Runkel mit seiner eindrucksvollen Burg. Ein musterhaftes Beispiel für frühmittelalterlichen Verteidigungsbau.
Öffnungszeiten:
Karfreitag bis Ende Oktober.
Einlaß durchgehend von 10 bis 17 Uhr.
Führungen nur nach vorheriger Anmeldung.
Montag: Ruhetag.
| Eintrittspreise: | |
|---|---|
| Erwachsene: | 3,- € |
| Kinder bis 14 Jahre: | 2,- € |
| Gruppen ab 20 Personen, je: | 2,50 € |
Informationen bei:
Burgverwaltung Runkel
Schloßplatz 2
65594 Runkel
Tel: 06482 / 94 14 72
oder: 06482 / 42 22

Diashow
(mit Javascript)
Von der Autobahn A3 Frankfurt-Köln (Ausfahrt Limburg) erreicht man die Burg nach sieben Kilometern.
Runkel ist Bahnstation der Lahnstrecke Gießen-Koblenz. Eine ICE-Anbindung ist Bahnhof Limburg. Unmittelbare Anschlüsse an die Linien Wiesbaden, Frankfurt und Köln sind vorhanden.

Neuere Geschichte und Wissenswertes:
Die neue Stadt Runkel wird nach dem freiwilligen Zusammenschluß mit
den Gemeinden Steeden, Ennerich, Schadeck (1.12.1970), Arfurt, Eschenau,
Hofen, Wirbelau (31.12.1970) und der gesetzlichen Regelung mit der
Gemeinde Dehrn (1.7.1974) gebildet. Die 43,72 km² große und 9.370
Einwohner zählende Stadt ist ein ideales Stadtquartier für denjenigen,
der auf Halbtagsausflügen die Kulturschätze der näheren Umgebung kennenlernen
will.
Fünf Landes- und sieben Kreisstraßen tangieren das Stadtgebiet und
stellen somit äußerst günstige, überörtliche Verbindungen und die Erschließung des Stadtgebietes sicher.

Burg Runkel um 1800.
Einer Sage nach soll ein Ritter Karls des Grossen im Jahr 778 den Entschluss gefasst haben,
auf dem Rücken des Felsens eine Burg zu bauen. Er benannte sie nach dem Gebiet von Roncesvalles (französisch: Roncevaux)
in den Pyrenäen in Erinnerung an den dortigen Kampf gegen die Mauren.
Aus dem Namen Ronkeval wurde dann Runkel.
Tatsächlich wurde Burg Runkel zur Sicherung des Lahnübergangs errichtet und im Laufe der
Jahrhunderte mehrfach erweitert.
Urkundlich wird Runkel erstmalig 1159 im Zusammenhang mit einem Siegfried
von Runkel genannt, der als Bürge und Zeuge für die Gräfin Beatrix
von Laurenburg bei ihrer Belehnung mit der Burg Nassau durch Erzbischof
Hillin von Trier erwähnt. Er dürfte als Sachverwalter des Reiches
für die Erbauung der Burg Runkel in Frage kommen. Höchtswahrscheinlich
haben wir in der Burg eine Gründung des Hohenstauferkaisers Friedrich Barbarossa zu sehen.
Im Jahr 1634 wurde die Kernburg durch Kroaten (österreichische Truppen) unter der Führung des Grafen Isolani zerstört.
Die Kernburg wurde in der Folge nicht wieder aufgebaut. Sie bildet den heutigen Ruinenteil. Stattdessen wurden andere Gebäudeteile für Wohnzwecke ausgebaut, die zwei Innenhöfe umschließen.
Um 1250 beginnen Familienstreitigkeiten, die mit der Vertreibung Heinrich von Runkel durch Siegfried enden. Als Folge hiervon erbaut Heinrich auf der Runkel gegenüberliegenden Seite zum Trutz Burg Schadeck, die 1288 zum erstenmal erwähnt wird. Wildbewegt und fehdenreich ist die Geschichte Runkels und seiner Burg, wie der nachstehende kurze Abriß erkennen läßt:
Im Jahre 1288 kommt es zur entgültigen Teilung und Trennung zwischen Runkel und Westerburg, 1315 wird ein Dietrich von Runkel genannt. Dietrich, der Dritte dieses Namens, bringt 1376 die Zehnten Schupbach und Aumenau in seinen Besitz und läßt auch die Schloßbauten neben der Burg entstehen.
1440
wird mit dem Bau der Lahnbrücke begonnen, die aber durch Streitigkeiten
mit dem Grafen Reinhard von Westerburg erst 1448 fertiggestellt
wurde.
1543
weilt Luthers Freund und Helfer Melanchthon als Gast des Grafen
Johann IV. von Wied (ein Neffe des
Erzbischofs
Hermann von Köln) auf Schloß Runkel. 1568 wird die Reformation
in Runkel eingeführt.
1622
wird der Landesherr Graf Hermann II von seinem jüngeren Bruder Philipp
Ludwig, der sich bei der Erbteilung benachteiligt glaubt, am 9.
September in einem Familienstreit aus Schloß und Herrschaft Runkel
vertrieben.
1634
Runkels schwärzester Tag im 30jährigen Krieg war der 15. Oktober.
Die Kroaten (österreichische Truppen) des Grafen Isolani erstiegen die Mauern des Städtleins und legen den Ort samt dem uralten schönen Schloß in Asche.
1719
sieht Runkel hannoversche Truppen in seinen Mauern,
1758
Sachsen,
1759
Franzosen.
1791
wird Graf Friedrich Ludwig durch Kaiser Leopold II die Fürstenwürde verliehen.
1794 ist die Wirkung der Revolutionskriege zu spüren.
1796
werfen darmstädtische Truppen in einem nächtlichen Straßenkampf
die Franzosen aus der Stadt hinaus.
1806
fällt der rechtslahnige Teil der Herrschaft Runkel und damit der
entsprechende Teil der Stadt an das von Napoleon neugeschaffene
Großherzogtum Berg.
1824
beschließt Friedrich Ludwig, der Letzte des wied- und runkelischen
Hauses, sein Leben. Wied-Runkel fällt an die Linie Wied-Neuwied.
(Siehe: Die Herrschaft Wied). Die Burg Runkel befindet sich auch heute noch im Besitz der Familie zu Wied.

